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Für eine umfassende Reform des WissZeitVG

“Knapp ein Jahr nach Veröffentlichung des Evaluationsberichts zur Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG), und nach einer Vielzahl von Stakeholdergesprächen, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein erstes Eckpunktepapier zur Reform des Gesetzes vorgelegt. Wir begrüßen diesen Schritt, sind aber inhaltlich enttäuscht: Die Vorschläge lindern allenfalls Symptome des Befristungssystems, versprechen aber keine Heilung.

In einer gemeinsamen Stellungnahme wollen RespectScience, zusammen mit unterschiedlichsten Beschäftigten- und Studierendenvertretungen noch einmal darauf aufmerksam machen, was es aus Beschäftigtensicht braucht, um das WissZeitVG umfassend zum Positiven zu verändern.

Unterzeichnende Organisationen:

bukof – Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen
DGB – Deutscher Gewerkschaftsbund
DGJ Deutsche Gesellschaft für Juniorprofessur
fzs freier zusammenschluss von student*innenschaften
GEW – Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Helmholtz Juniors – Netzwerk der Promovierenden der Helmholtz Gemeinschaft
Leibniz PhD Network – Netzwerk der Promovierenden der Leibniz Gemeinschaft
NGA Wiss – Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft
ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
RespectScience e.V.

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Aufruf: Wir suchen Unterstützung

Wir sind RespectScience e.V. – ein sechsköpfiges Team, das bessere Arbeitsbedingungen im Wissenschaftssystem schaffen möchte.

Wie wir das anstellen wollen? Wir arbeiten mit den unterschiedlichsten Akteur:innen aus der Wissenschaft zusammen: Vereinen, Organisationen, Initiativen oder einzelnen Personen wie Mai Thi Nguyen-Kim und Ranga Yogeshwar. Denn nur gemeinsam sind wir stark und können aktiv etwas verändern!

Außerdem haben wir eine Umfrage mit 3.000 Teilnehmenden gemacht, zu den prekären Arbeitsbedingungen und konnten so ein Stimmungsbild im Wissenschaftssystem erzeugen. Weiter geht es nun mit unserer ersten Öffentlichkeitskampagne auf Instagram, Twitter und LinkedIn. Ziel der Kampagne ist es, auch außerhalb des Wissenschaftssystems die vorherrschenden Probleme zu kommunizieren und die Gesellschaft darauf aufmerksam zu machen. Denn nur wenn das Problem in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, wird die Politik uns zuhören.

Wieso schreiben wir das alles? Wir benötigen weitere Unterstützung wie beispielsweise in den Bereichen Social-Media. Seit zwei Jahren stemmen wir nun gerade mal mit sechs Personen einen ganzen Verein und mit dem Blick auf die kommende Kampagne brauchen wir einfach helfende Hände. Da wir ein ehrenamtlicher Verein sind, bekommen wir für unsere Arbeit kein Geld. Wir sind alle intrinsisch motiviert und sind mit viel Leidenschaft dabei, denn wir wollen ein gesundes Wissenschaftssystem.

Schau dir doch gerne unsere Webseite an, mit all unseren bisherigen Aktivitäten. Sollte dich die Sache begeistern und du ein Teil von RespectScience e.V. werden möchtest, dann würden wir uns sehr über ein Zoom-Meeting mit dir freuen! In dem Meeting würden wir alles Weitere besprechen, deine Fragen beantworten und schauen, ob wir uns beidseitig eine Zusammenarbeit vorstellen könnten.

Was wir aber vorab sagen wollen: Wir sind ein Team, das sich gegenseitig unterstützt und das sich absolut bewusst ist, dass der Job, das Studium oder andere Dinge im Leben eines Teammitglieds immer an erster Stelle stehen!

Wir freuen uns auf deine Nachricht.

Kontakt:
Twitter: @RespectSciTeam
Linkedin: RespectScience e. V.
Email: respect@science-future.de

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Befristung und gute wissenschaftliche Praxis

RespectScience e.V. hat dem Magazin des Verbands Biologie, Biowissenschaften & Biomedizin in Deutschland (VBio) einen kleinen Einblick in die ersten Ergebnisse ihrer Umfrage “Arbeitsbedingungen im Wissenschaftssystem” gegeben. In dem Artikel “Befristung und gute wissenschaftliche Praxis” beziehen sich die aufgezeigten Ergebnisse auf Betroffene aus der Fachrichtung Biologie. Zusätzlich handelt es sich hierbei um keine repräsentativen Daten, sondern um ein Stimmungsbild innerhalb der biowissenschaftlichen Instituten. Die gesamte Umfrage mit Betroffenen aus weiteren wissenschaftlichen Disziplinen ist noch nicht veröffentlicht worden. Neben des RespectScience-Teams haben noch die Autoren Sven Bradler und Carsten Roller an dem Text mitgewirkt.

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Arbeit in der Wissenschaft muss fair sein

Plädoyer für eine Reform des Befristungsrechts

Unsicherheit und Zukunftsängste, Stress und zugespitzte Abhängigkeitsverhältnisse prägen den Alltag von Wissenschaft als Beruf. Obwohl inzwischen der Großteil von Forschung und Lehre von Wissenschaftler*innen ohne Professur gestemmt wird, sind verlässliche Arbeitsverhältnisse und berechenbare Perspektiven in der Regel nur für Professor*innen vorgesehen. Gewerkschaften fordern Nachbesserungen beim Wissenschaftszeitvertragsgesetz.

Anlässlich der der Diskussionen um gute Beschäftigungsbedingungen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordert der DGB, gemeinsam mit ver.di, der GEW und weiteren Netzwerken mehr Planbarkeit und Chancengleichheit der Berufswege in der Wissenschaft.

„Der deutsche Wissenschaftsbereich steht zunehmend in Konkurrenz mit der Wirtschaft und mit ausländischen Forschungsinstitutionen. Doch im deutschen Wissenschaftssystem sind prekäre Beschäftigung, unsichere Perspektiven und hohe Anteile unbezahlter Mehrarbeit seit Jahren gang und gäbe. So lassen sich Spitzenkräfte und Spitzenforschung kaum halten,“ kritisiert die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.

Mehrheit der Wissenschaftlerinnen arbeiten befristet In einer Befragung zum DGB-Hochschulreport 2020 gaben 78 Prozent der befragten Wissenschaftlerinnen an, dass sie befristet beschäftigt sind. Weitere 16 Prozent sagten, dass sie in der Mitarbeit im Bereich Technik und Verwaltung befristete Arbeitsverträge haben. Nach 12 Jahren an der gleichen Hochschule ist Schluss mit solchen Verträgen. Dann kann es keine Befristung mehr geben. Das führt jedoch in den wenigsten Fällen zu einer festen Stelle, sondern überwiegend zu einer neuen unbefristeten Anstellung an einer anderen Hochschule.

Diese Bedingungen gilt es laut Hannack rasch zu verbessern: „Gute Forschung und Lehre brauchen endlich anständige Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen. Dazu gehören mehr Dauerstellen für Daueraufgaben, planbare Entwicklungsperspektiven und Karrierewege sowie mehr Vollzeitstellen.“

Weitere Informationen und das Plädoyer zum Download findet ihr hier: Arbeit in der Wissenschaft muss fair sein | DGB

Unterzeichnende Organisationen:

bukof – Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen
DGB – Deutscher Gewerkschaftsbund
DGJ Deutsche Gesellschaft für Juniorprofessur
fzs freier zusammenschluss von student*innenschaften
GEW – Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Helmholtz Juniors – Netzwerk der Promovierenden der Helmholtz Gemeinschaft
Leibniz PhD Network – Netzwerk der Promovierenden der Leibniz Gemeinschaft
NGA Wiss – Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft
ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
respect science – Verein für neue Anreize in der Wissenschaft

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11. GEW-Wissenschaftskonferenz

Bild: Kira Herff

Am 21. September 2022 stellte RespectScience e.V. seine ersten und vorläufigen Ergebnisse ihrer Umfrage zum Thema “Arbeitsbedingungen im Wissenschaftssystem” auf der 11. Wissenschaftskonferenz der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Dresden vor. Die Vorstandsvorsitzende Kira Herff führte im Anschluss der Präsentation ein Interview mit Deutschlandfunk für den Beitrag “GEW-Wissenschaftskonferenz: Perspektiven für #ichbinHanna“.

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Die erste Novelle des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes ist gescheitert!

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) lud am 27. Juni 2022 Vertreter:innen aus dem Wissenschaftssystem zur Konferenz “Gute Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft – Auf dem Weg zu einer Reform des WissZeitVG” ein. RespectScience e.V. unterzeichnete im Rahmen dieser Veranstaltung mit vielen anderen Mitstreitern ein Statement zur Novelle des WissZeitVG. Das BMBF muss endlich handeln und eine Reform ist unumgänglich!

Plädoyer für eine Reform des Befristungsrechts

Die Wissenschaft in Deutschland ist in einer Krise und merkt es nicht. Es ist eine Krise des verschwendeten Potenzials ‒ eine Krise, die auf Kosten derjenigen ausgetragen wird, die das System maßgeblich tragen: der Wissenschaftler:innen ohne Professur. Unsicherheit und Zukunftsängste, Stress und zugespitzte Abhängigkeitsverhältnisse prägen den Alltag von Wissenschaft als Beruf. Obwohl inzwischen der Großteil von Forschung und Lehre von Wissenschaftler:innen ohne Professur gestemmt wird, sind verlässliche Arbeitsverhältnisse und berechenbare Perspektiven in der Regel nur für Professor:innen vorgesehen.

Wie produktiv könnte unsere Wissenschaft sein, wenn sie das Potenzial, das in unserem wissenschaftlichen Personal steckt, voll heben würde?

Wissenschaft ist nicht zuletzt Denkarbeit, Experimentieren und kritisches Hinterfragen. Doch das braucht Zeit ‒ und lässt sich mit Hektik und Zukunftsangst nur unter Qualitätsverlusten und Selbstausbeutung verbinden. Die Eigenheiten des akademischen Karriereweges betreffen dabei nicht alle gleich. Nach wie vor haben Machtverhältnisse anhand von Faktoren wie race, class, gender und abilty einen prägenden Einfluss auf Zugänge, Berufswege und Karrierechancen in der Wissenschaft.

Die Arbeitsverhältnisse der Promovierenden und Postdocs werden heute überwiegend nach dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) geregelt. Dieses Gesetz wurde 2016 novelliert und der Einfluss dieser Novelle auf die Arbeitsverhältnisse in mehreren (im letzten Monat) publizierten Studien untersucht. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Eine Trendwende hin zu mehr unbefristeten Arbeitsverhältnissen ist ausgeblieben, der Anteil der Kurzzeitverträge mit Laufzeiten von einem Jahr oder weniger wurde nicht nachhaltig reduziert. Qualifikationszeiten sind von den Vertragslaufzeiten nicht annähernd gedeckt. Die Instrumente des Nachteilsausgleichs entfalten keine verlässliche Wirkung. Die unterzeichnenden Organisationen sind deshalb überzeugt, dass jetzt eine mutige und grundlegende Reform des Sonderbefristungsrechts für die Wissenschaft notwendig ist.

Eckpunkte für mehr Planbarkeit und Chancengleichheit der Berufswege in der Wissenschaft:

  1. Der Qualifizierungsbegriff im WissZeitVG muss eng geführt und juristisch bindend definiert werden.
  2. Eine Anstellung zur Promotion kann eine Befristung begründen. Für andere Qualifizierungsziele als Begründung für eine befristete Beschäftigung sehen wir in dieser Phase keine Berechtigung.
  3. Mit dem Eintritt in die Postdoc-Phase sollte in der Regel ein unbefristeter Arbeitsvertrag oder zumindest ein planbares Verfahren zur Entfristung in der Wissenschaft verbunden sein. Beschäftigte, deren Arbeit von Daueraufgaben geprägt ist, müssen auf Dauerstellen beschäftigt werden.
  4. Vertragslaufzeiten müssen den angestrebten Qualifikationszielen entsprechen. Wie die Evaluationen eindrucksvoll zeigen, ist dies nicht der Fall: Mittlere effektive Vertragslaufzeiten bei Promovierenden von etwa 20 Monaten bei einer durchschnittlichen Promotionszeit von 4,7 Jahren (vgl. Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs 2021) zeigen, dass die WissZeitVG-Novelle von 2016, an ihren eigenen Zielen gemessen, gescheitert ist. Die durchschnittlichen Qualifizierungszeiten sollten daher fächerspezifisch regelmäßig erhoben werden, um auf dieser Grundlage verbindliche Vorgaben zu machen. Unverbindliche Gesetzesformulierungen sind offenkundig nicht ausreichend.
  5. Verlängerungen der Höchstbefristungsdauer (§ 2 Absatz 1 Sätze 4-6 WissZeitVG) führen, wie die Evaluation gezeigt hat, bisher kaum zu faktischen Vertragsverlängerungen und sollten als Rechtsansprüche der Beschäftigten neu ausgestaltet werden. Verlängerungsansprüche sollten hierbei für alle Beschäftigten zugänglich sein, die mit dem Ziel angestellt werden, eine Qualifizierung zu absolvieren.
  6. Die Tarifsperre muss aufgehoben werden. Nur beim Thema Befristung in der Wissenschaft ist den Sozialpartnern durch das Arbeitsrecht verboten, wesentliche Fragen der Arbeitsbedingungen tariflich zu regeln. Dies steht im eklatanten Widerspruch zum im Koalitionsvertrag verankerten Ziel der Bundesregierung, die Tarifautonomie zu stärken.

Unterzeichnende Organisationen:

bukof – Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen
DGB – Deutscher Gewerkschaftsbund
GEW – Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Helmholtz Juniors – Netzwerk der Promovierenden der Helmholtz Gemeinschaft
Leibniz PhD Network – Netzwerk der Promovierenden der Leibniz Gemeinschaft
NGA Wiss – Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft
ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
respect science – Verein für neue Anreize in der Wissenschaft

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Die Verstopfung der Wissenschaft – Wer ist Hanna?

Dr. Mai Thi Nguyen-Kim spricht in der MaiThinkX-Folge vom 3. April 2022 über die Arbeitsbedingungen und Diversität in der Wissenschaft. RespectScience e.V. durfte bei den Vorbereitungen zur Folge dabei sein und hat die Sendungsaufzeichnung live im Studio verfolgt.

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Umfrage

RespectScience e.V. hat eine Umfrage gestartet zu den Arbeitsbedingungen im Wissenschaftssystem. Betroffene konnten mitmachen und dabei helfen, das Wissenschaftssystem in Deutschland zu verändern!

Angesprochen wurden Personen, die innerhalb der letzten fünf Jahre im deutschen Wissenschaftssystem beschäftigt waren. Zum Beispiel im Rahmen einer Masterarbeit, als Doktorand:in/PhD-Kandidat:in, PostDoc, Professor:in oder auf einer anderen Karrierestufe. Ihre Erfahrungen können dabei helfen, eine Veränderung im System anzustoßen!

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Z2X21

Bild: Z2X

Hunderte Wissenschaftler:innen haben unter #IchbinHanna via Twitter über die prekären Arbeitsbedingungen im Wissenschaftssystem berichtet. Erschwerend hinzu kommt der Publikationsdruck – wer nicht schnell und viel publiziert, kommt auf der Karriereleiter nicht weit. Wie muss das Thema Publikationsdruck öffentlich diskutiert werden, um einen Wandel im Wissenschaftssystem zu bewirken? Wie wird das Problem für Menschen außerhalb des Wissenschaftssystems greifbar? Diese und noch mehr Fragen haben RespectScience beim Z2X-Festival 2021 im Rahmen eines Workshops geklärt.

Z2X ist eine Veranstaltungsreihe von ZEIT ONLINE und eine Gemeinschaft junger Visionär:innen unter 30 Jahren

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Wisskon21

Wisskon
Bild: NaWik

Das Wissenschaftssystem in Deutschland krankt an vielen Stellen, doch wie kommuniziert man neben den wissenschaftlichen Inhalten auch die Bedürfnisse der Menschen hinter den Kulissen? RespectScience hat unter dem Workshop-Titel “Respect@Science – Entwurf einer Kommunikationskampagne” auf der Wisskon21 vom NaWik erarbeitet wie und mit wem kommuniziert werden muss, um die Probleme transparent zu machen. Ziel war es, eine Kampagne zur Förderung der Anerkennung von Wissenschaftler:innen und deren Arbeit zu skizzieren. Nach einem Micro-Input wurde in spezifischen Gruppen diskutiert.

WISSKON – Die NaWik Konferenz für kommunizierende Wissenschaftler:innen

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